Google-Bashing vom Feinsten

11. Februar 2010
Von Wishu

Es dürfte aufgefallen sein, dass Google in letzter Zeit immer wieder und immer stärker in die Kritik gerät. Google wird als Datenkrake bezeichnen – was angesichts der Tatsache, dass es der Kraken heißt schon mal schlecht recherchiert wurde – Google wird bezichtigt die Weltherschafft zu wollen und das Google der Datenschutz vollkommen egal sei. Die erste Teilüberschrift trifft die Philosophie, einiger “Journalisten” ziemlich genau.

Je besser Google wird, desto schlechter wird es

Gerade jetzt wo Google Buzz rausgekommen ist, werden die vermeindlichen Datenschützer wieder aktiv. Aber auch in der Zeit davor wurde das Gebrüll um Googles Tentakel immer lauter und es scheint nicht so, dass es irgendwann leiser werden würde. Zumindest nicht solange, bis jemand anderes der Sündenbock sein kann.

Früher hat man sich darauf konzentriert, Microsoft zu kritisieren, weil es etwas nicht gut gemacht hat. Weil es fehlerhafte und unfertige Software rausgebracht hat. Nun hat Microsoft bewiesen, dass dem nicht so ist, und springt auf den Beta-Zug auf um Windows 7 und auch Office 2010 fehlerfrei rauszubringen. Das fehlerfrei nicht möglich ist, sollte klar sein, aber ich denke es ist klar, was gemeint ist.

Nun gut, man kann Microsoft nicht mehr dafür kritisieren, dass es schlecht war. An dem Guten gibt es nicht mehr viel zu kritisieren, also muss jemand anderes her. Und siehe da – eine große Firma, die Erfolg hat. In vielen Bereichen sogar und das komplett im Internet. Da finden wir doch was… Hm… Google macht das was alle anderen auch macht – es speichert Daten. Nur machen die anderen es nicht wie Google und vernetzen die Daten um überall sinnvoll zu arbeiten. Das kann man doch umdrehen. Und schwupp – Google ist der große Datenkraken.

Fassen wir also kurz zusammen. Microsoft wurde kritisiert, weil es schlecht war. Google wird kritisiert, weil es gut und erfolgreich ist. Ähm… Hallo? Das darf mir in den Kommentaren gerne einer erklären.

Google wird größer, also wird es auch böser

Google breitet sich immer weiter aus, das ist bekannt. Erst kürzlich kam der neue Dienst Buzz, auch der mobile Bereich ist mit Android bereits abgedeckt. Jetzt will Google auch noch als Internet-Provider fungieren und GigaBit-LAN anbieten. Auch einen Maildienst hat Google, ebenso eine Online-OfficeSuite. Was haben alle diese Dienste gemeinsam? Genau sie sind gut, sie sind praktisch und vor allem helfen sie uns. Die Leute mit Krakentattoo sagen jetzt sicherlich, dass die einzige Gemeinsamkeit in der Datensammlerei besteht aber diese Leute kann man kaum noch ernst nehmen.

Nehmen wir mal an, Google würde aufhören Daten zu sammeln. Dann wäre der Schrei wieder groß, wie schlecht Google doch auf einen selbst zugeschnitten ist. Wie unpersönlich Google ist.

Wie schön man Sätze doch gegen einen verwenden kann

Auch gerne kritisiert wird der Kommentar von Eric Schmidt (Google CEO), welcher wie folgt lautet:

Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.

Und jetzt darf mir auch nochmal jemand erklären, was daran falsch ist? Es werden Dinge in diesen Satz hereininterpretiert, welche irgendwoher kommen, aber nicht aus dem logischen Bereich. Es gibt in diesen Satz nichts hereinzuinterpretieren. Es ist einfach so wie es ist. Wenn man nicht möchte, doch jemand es erfährt, dann sollte man es lassen. Oder es zumindest niemandem erzählen. Auch nicht Google, auch nicht seinem besten Freund und auch nicht seinen Tieren. Es kann immer jemand da sein der es zufällig mit hört, mit ansieht oder ähnliches.

Hier mal ein Zitat vom Spiegel zu diesem Satz:

Schmidts Satz verrät gleich drei beunruhigende Haltungen: Erstens, so kann man ihn interpretieren, sind Sie selbst schuld, wenn Sie es heute noch wagen, Geheimnisse haben zu wollen. Zweitens weiß Google schon längst verdammt viel über Sie. Und drittens wird der Konzern all die Informationen, die er über Sie hat, nicht gegen Sie verwenden – denn das dürfen nur Regierungsbehörden.

Zum Artikel

Es ist wirklich traurig, wie man Google runter machen muss nur um ein paar Besucher mehr zu bekommen, denn negative Schlagzeilen verkaufen sich nunmal besser.

Schlusswort

Und bevor ich mich hier noch weiter aufrege, beende ich diesen Blogpost. Ich werde in den Kommentaren auf eventuelle Fragen antworten. Auch Kommentare ohne Fragen werde ich beantworten, sofern es dazu einen Anlass gibt.

Das war es dann auch schon wieder!
Euer Wishu

2 Kommentare zu "Google-Bashing vom Feinsten"

  1. Schorschi am 11. Februar 2010 um 23:32

    Wow super artikel, der ziemlich meiner meinung ist!!
    Diese diskussion habe ich in letzter zeit so oft gelesen & selbst geführt, immer wieder an dem beispiel microsoft (und die kritik daran) mit google zu vergleichen.

    Jedoch habe ich nich einen weiteren punkt, den du in deinem artikel nicht explizit ansprichst. Und zwar finde ich, dass man google nicht unbedingt wegen der datensammelrei kritisieren sollte, sondern was google in letzter zeit probiert, ist ihr monopolstatus im web auzuspielen und nun in nur kurzer zeit versucht alle möglichen märkte des webs zu “regieren”. Sie sollten aufpassen, dass das meinungsbild allgemein nicht umschlägt! ;-)

    Gruß Schorschi

    • Wishu am 11. Februar 2010 um 23:35

      Danke für das Lob. Lange nichts mehr von dir gehört ;)

      Naja das “Problem” mit dem ausbreiten finde ich jetzt persönlich nicht so dramatisch. Ich habe lieber meine Daten bei einem Anbieter als bei 100 verschiedenen. Es ist einfach bequemer. Andere werden es jetzt sicherlich so sehen, dass man verschiedene Daten lieber auch bei verschiedenen Anbietern ablegen sollte, aber mir ist das nichts. Bei Google weiß ich wenigstens, dass es was wird. Obwohl ich Buzz noch etwas anzweifle.

      Gruß
      Wishu

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