Liebe Leser!
Ich hatte – und habe – große Probleme mit meiner Hardware und kam daher nicht zum schreiben. Jetzt handelt zwar doch nicht mein erster Artikel von Ubuntu, aber News wie ein neuer Browser gehen vor.
Wie in meinem Vorstellungsbeitrag und dessen Kommentaren angedeutet, steige ich auf Ubuntu um. Jedenfalls fast. Derzeit bin ich noch unter Windows, weil ich die Erfahrung machte, dass Ubuntu-Partitionen öftere Hardwareabstürze wohl nicht so gut verkraften – Windows scheint an Abstürze gewöhnt zu sein. Auch für meine Spiele brauche ich teilweise (noch?) Windows. Doch dazu später.
Erst kritisierte ich meinen Einfall über Ubuntu zu schreiben – hier in Wishus Blog, in dem ja oft Windows-Software vorgestellt wird. Wishu meinte allerdings, ich zitiere: „Neuer Autor, neue Themen“ und so schreibe ich jetzt einen Artikel über Ubuntu. Ob es bei einem bleibt, oder eine Serie wird, lasse ich noch offen. Ubuntu-Benutzer mit mehr Erfahrung möchte ich bitten, mir nachzusehen, dass ich Einsteiger bin.
Zuallererst beschäftigen wir uns mit der wichtigen Frage „Was?“. Was ist Ubuntu? Was heißt „Ubuntu“? Auf letzteres antwortert Wikipedia: „der Begriff Ubuntu kommt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet“. Als Antwort auf ersteres hier ein paar Absätze zur Definition.
Mittlerweile dürfte hinlänglich bekannt sein, dass Ubuntu eine Distribution der Betriebssystemfamilie GNU/Linux ist. Ubuntu stammt vom Linux-System Debian ab, das wohl gerade Serverbetreibern bekannt sein dürfte. Windows kostet. Mac kostet. Bei Wikipedia steht zu Ubuntu: „Preis: beliebig“. Was das wohl heißt? Ein Klick darauf schickt einen auf den Artikel „Freie Software“. Gibt’s etwa auch eingesperrte Software, fragt sie vielleicht der ein oder andere, der weniger mit Software und Lizenzrechten zu tun hat.
Nein, dazu einfach den Artikel lesen. Hier auf OpenSource, freie Software und GNU einzugehen, geht zu weit. Ubuntu nutzt die Oberfläche GNOME, um sich mit schönem Aussehen zu schmücken.
Doch Ubuntu ist nicht nur ein Betriebssystem, nein es darf sich mit ganzen acht offiziellen Abwandlungen schmücken, und rund 20 – laut Wikipedia – inoffiziellen. Unter den offiziellen findet man Server-Versionen ohne grafische Oberfläche (Ubuntu Server, JeOS), Kubuntu mit der Oberfläche KDE/KDE4, Xubuntu mit dem schlanken Xfce-Fenstermanagment, edubuntu für Schulen, gobuntu mit ausschliesslich freier Software und ubuntu studio für Audio-, Grafik- und Videobearbeitung. Auch findet sich ein Derivat für Netbooks und andere kleinere Geräte.
Die inoffiziellen zähle ich jetzt hier nicht auf, darunter gibt es religiöse Systeme und für verschiedene Zwecke optimierte Ubuntu-Klone (http://de.wikipedia.org/wiki/Inoffizielle_Ubuntu-Derivate).
Hinter Ubuntu steckt der südafrikanische Milliardär Mark Shuttleworth mit dem von ihm gegründeten Unternehmen Canonical, dass auf der Isle of Man rund 40 hauptberufliche Entwickler beschäftigt. Das war jetzt erstmal genug an „Was?“.
Zu sagen ist noch, dass Ubuntu als Systemvorraussetzungen 256 MB RAM, 500 MHz Prozessor und 4 GB freier Speicherplatz angibt. Belegt werden zwar nur 2,5 GB Speicherplatz, aber für Updates etc. werden mindestens 1 GB an temporärem Platz gebraucht. An einem Rechner mit 256 MB RAM und Pentium 500 bekam ich jedoch selbst Xubuntu nicht in akzeptabler Geschwindigkeit zum laufen. Auf technische Details gehe ich mal nicht ein.
Nun zur Frage „Ich hab Windows. Was brauch ich Linux?“. Zuerst nehme ich mir heraus, die Computerbenutzer auf dieser Welt in vierGruppen zu teilen.
Die erste Gruppe sind die Gamer, die ihren PC hauptsächlich zum Spielen nutzen. Obwohl es durchaus Spiele für Ubuntu gibt, muss man durchaus zugeben, dass die wenigsten aufwändigen Windows-Spiele mit Linux kompatibel sind.
Für Zocker ist Ubuntu u.U. nicht geeignet. Ich habe es aber geschafft, Warcraft III zum Laufen zu bekommen und unter http://appdb.winehq.org/ gibt es eine Datenbank, welche bekannteren Windowsprogramme mit dem „API-Simulator“ WINE benutzbar sind. Allerdings kann man ganz einfach auch auf einer zweiten Partition Ubuntu neben Windows installieren. Hat man nur eine Partition, empfehle ich „Wubi“. Doch zum WIE später mehr.
Gruppe zwei sind die Entwickler. Damit meine ich sämtliche Programmierer und auch Grafiker bzw. Designer. Für Programmierer – wenn sie nicht gerade windowsorientiert (VisualBasic, …) arbeiten – bietet sich Ubuntu geradezu an. Ubuntu braucht als System als solches weniger Rechnerkapazität – mehr Arbeitsspeicher ist für die Programme verfügbar.
Sämtliche nötigen Entwicklungstools (C++-Compiler, Editoren, FTP-Programme, …) sind entweder auch für Linux verfügbar oder es gibt vergleichbare Linux-Software. Für Designer gibt es die freudige Nachricht: Ich habe selbst getestet, das Fireworks 8 unter Ubuntu funktioniert, Photoshop funktioniert laut appdb.winehq.org nicht ganz vollständig, zu mehr Details selber nachschauen
Die dritte Gruppe sind Gelegenheitsnutzer und Office-Nutzer. Solche, die nur surfen und kommunizieren werden keine Probleme haben. Mit Firefox, Opera oder Konqueror als Browser, Thunderbird oder Evolution als E-Mail-Client und Pidgin, XChat und anderen ist auch für ICQ, MSN, Yahoo, IRC und so weiter gesorgt. Skype ist ebenfalls verfügbar. Diese werden merken, dass OpenOffice.org nicht ganz so komfortable Bedienung wie MS Office bietet, aber von den Funktionen durchaus ausreicht.
Die letzte Gruppe sind Multimedianutzer. Für Multimedia – es gibt durchaus eine Palette an Audio-Programmen und Video-Playern. Multimedia-Produzenten ist ubuntu studio nahezulegen. Wie bereits gesagt: Viel Windows-Software läuft auch unter Ubuntu.
Manche vermissen auf den ersten Blick vielleicht die tollen Effekte von Vista. Da kann Ubuntu mit besserer Performance noch besseres bieten. Denn beispielsweise gibt es in Ubuntu standartmäßig einen Arbeitsflächenumschalter für eine beliebige Anzahl Desktops. Mir dem Programm compiz kann man diesen und andere Effekte individuell einstellen.

Screenshot: 4 Arbeitsflächen in Ubuntu 8.04 mit compiz als Würfel (Der graue Balken ist ein Fehler im Screenshot, nicht in Ubuntu)
Ein weiteres Linux-Merkmal ist, dass man viel in der Shell (Konsole) arbeiten muss/kann/sollte. Für viele Anwendungen gibt es zwar ein Benutzerinterface (GUI), aber manches muss man doch über die Kommandozeile machen. Das stellt man sich schrecklich vor, doch gestern habe ich ein Netzwerk und einen HTTP-Server auf einem Rechner mit Ubuntu Server (nur Kommandozeile) installiert und eingerichtet. Es ist leichter als man denkt.
Natürlich gibt es zahllose weitere Gründe für und gegen Ubuntu. Diese jetzt hier noch alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Jetzt noch kurz zum Wie.
Auf www.ubuntu.com gibt es Ubuntu kostenlos zum Download. Die .iso-Dateien einfach auf CD-Brennen. Es gibt eine Desktop-CD zum testen des Systems und für eine grafische Installation. Die Alternate-CD bietet keine Live-CD, dafür eine textbasierte Installation. Eine schöne Download-Übersicht findet sich auf ubuntuusers.de.
Und als Abschluss noch eine kurze Linkliste:
- http://ubuntu.com – Die offizielle Seite
- http://ubuntuusers.de – Das offizielle deutsche Portal zu Ubuntu
- http://kubuntu-de.org – Das deutschsprachige Kubuntu-Portal
- Die Derivate Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu und UbuntuStudio
Grüße
rami
Quellen: http://wiki.ubuntuusers.de / http://de.wikipedia.org/wiki/Ubuntu
An alle krittelnden Webmasterkollegen: Der Artikel wurde in Word geschrieben und hier reinkopiert. Hoffe, der Code ist akzeptabel.

Eine nähere Installationsbeschreibung/Anleitung wäre hilfreich. Ich versuche auch gerade Ubuntu zu installieren, jedoch stürzt das ganze beim booten ab
Installierst du von Windows aus oder installierst du über die – gebootete – CD?
Okay, wir sprechen uns über Skype.
Installationsanleitung:
Wenn Partition frei: .iso auf CD-ROM brennen, booten und installieren
Ansonsten: Brennen, unter Windows reisnchieben und "install inside windows" wählen (ungetestet) oder http://wubi-installer.org/ nutzen.
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Nunja, meiner Meinung nach geben sich die ganzen Distris nicht sonderlich viel, irgendwo sind das alles Linux Derivate. Kennt man sich mit einem aus, z.B. Unbuntu ist es kein großes Ding z.B. auch SuSE einzusetzen.
Ich sehe die Stärken eigentlich eher bei den Serveranwendungen, dort kommt Win sicherlich nicht mit. Für den Klick-Fetischisten in HomePC Bereich der nicht Linux Fan ist, ist Linux wohl eher ungeeignet. Hier geschieht viel über die Konsole und textuell, was sich allerdings wieder sehr gut skripten lässt.
Die Gamer, nunja, die sehe ich zumindest eher im Konsolen Bereich. Jedenfall wenn ich als Linux User mal Lust zum Zocken habe, schalte ich die XBox an
An intelelignt point of view, well expressed! Thanks!